Lesen und diskutieren Sie mit!

Sprache ist etwas Normales: (Fast) jede/r benutzt sie – alle bewegen sich in und mit ihr, meist ohne Probleme. Sprache ist etwas Wunderbares: Kinder lernen offenbar mühelos die Wörter und Regeln “ihrer” Muttersprache – die Erwachsenen sehen und hören bewundernd und stolz zu.

Aber was, wenn der Sprach-Erwerb nicht mühelos gelingt? Wenn Kinder im Grundschulalter nicht grammatikalisch richtig sprechen können? Wenn sie viele Wörter nicht kennen? Die Kinderärzte diagnostizieren bei einem Drittel der Vorschul-Kinder Sprachentwicklungs-Probleme, die das Lernen in der Schule behindern können (z.B. BARMER GEK Arztreport 2012).

Wir denken, dass gezielte Sprachförderung eine wichtige Unterstützung ist, um allen Kindern eine gute und erfolgreiche Schulzeit zu ermöglichen. Diese Schulzeit sollte mit einem guten Schulabschluss enden. Der Schulabschluss wiederum sollte eine solide Basis für eine Ausbildung oder ein Studium sein.

Dies kann nur gelingen, wenn Kinder mit Sprachentwicklungsverzögerungen oder -störungen kompetent und individuell auf ihrem sprachlichen Weg unterstützt werden.

Wie diese Unterstützung aussehen kann – oder sollte? – ist derzeit hoch umstritten. In Sachsen-Anhalt sollen in Zukunft die Erzieherinnen, Erzieher und Grundschullehrkräfte die individuelle Sprachförderung übernehmen.

Wir sehen das kritisch.
Warum? Weil wir wissen, wie aufwändig die (begleitende) Analyse von Sprache ist, und weil wir (einigermaßen :-)) überschauen, wie viel man über Sprache, Entwicklung und individuelle Sprachförderung wissen muss, um ein Kind passgenau und effektiv zu fördern.

Wir laden Sie ein, sich hier zu informieren und mit uns zu diskutieren.
Wenn Sie selber mitbloggen möchten, denn melden Sie sich bitte – wir erweitern das Autor/inn/en-Team sehr gerne!

Es grüßen Sie herzlich die Initiatorinnen dieser Seite

Vera Oelze
Christa Schlenker-Schulte
Susanne Wagner
FR Sprachbehindertenpädagogik,
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
(9. Juli 2012)

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